Vorwort

Viva la Independencia!


Berlin feiert in diesem Jahr gemeinsam mit einer Reihe von lateinamerikanischen Staaten, darunter Argentinien, Bolivien, Chile und Mexiko, den 200. Jahrestag der Unabhängigkeit von Spanien – das "Bicentenario". Bei der Langen Nacht nutzen deshalb etliche Häuser die Gelegenheit, einen speziellen Blick auf diese Region zu werfen. So ist im Martin-Gropius-Bau die spektakuläre Teotihuacan- Ausstellung aus Mexiko zu sehen, andere Museen wie das DHM, das Jüdische Museum – selbst das Blinden-Museum – zeigen Filme, kleine Sonderausstellungen oder bieten thematische Führungen und Vorträge an. Zentrum der Feierlichkeiten ist das Berliner Rathaus mit einer Ausstellung zur Museumslandschaft der beteiligten Länder, mit Musikund Tanzdarbietungen und den dazu passenden Speisen.

Erstmals sind bei der Langen Nacht der Museen auch einige Synagogen zu besichtigen. Die Idee dazu kam von den Jüdischen Kulturtagen, die ihre "Lange Nacht der Synagogen" in diesem Jahr bereits zum 10. Mal veranstalten. Da lag der Gedanke nahe, dieses Jubiläum gemeinsam zu begehen und dem Publikum in einer einzigen "Langen Nacht" die kulturvollsten Orte Berlins auf komfortable Weise zugänglich zu machen.

Der Wiederaufbau des Stadtschlosses, der in diesem Jahr beginnen sollte, wurde bekanntlich wegen der Folgen der Finanzkrise auf das Jahr 2014 verschoben. Die Museen in Dahlem, die in das Humboldt-Forum des Neubaus einziehen sollten, müssen nun noch eine Weile am alten Ort ausharren – was eine Reihe von Problemen aufwirft. Während der Langen Nacht gibt es eine direkte Shuttle-Busverbindung zwischen dem Kulturforum und den Dahlemer Museen: Machen Sie sich selbst ein Bild!

Traditionsgemäß ist im Sommer der Lustgarten zwischen Schlossplatz und Altem Museum der Ort, an dem um 18 Uhr die Lange Nacht mit Fanfarenklängen eröffnet wird, wo man bis spät in die Nacht hinein Tickets kaufen kann, wo die meisten Busrouten starten und wo man sich zwischendurch mit kühlen Getränken und warmen Speisen für die Reise durch die rund 100 teilnehmenden Häuser stärken kann. In den frühen Abendstunden fallen hier beim "poetry rain" Lesezeichen, mit Gedichten bedruckt, vom Himmel, und um Mitternacht verwandeln katalanische Feuertänzer – erstmals in Berlin! – den Platz in eine geradezu magische Stätte. Vom Lustgarten aus ist ein gutes Dutzend Museen zu Fuß zu erreichen, mit dem Fahrrad, das man sich an diesem Abend besonders preisgünstig ausleihen kann (s. S. 10 der Programmbroschüre), sind es, selbst wenn man sich nicht besonders anstrengt, sogar ein paar mehr…

Wolf Kühnelt
 
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